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Strom und Kopf an

Lernerlebnis Energiewende an Oberschule Bad Laer

Wir dokumentieren den Artikel der NOZ vom 7.4.2017  Text und Bild: Frank Muscheid

Über die neue Vereinbarung zwischen Gemeinde und Oberschule freuen sich (von links) Jens Giesker, Klaus Berdelmann, Stephanie Baalmann, Peter Obermeyer und Arne Dunker. Foto: Frank Muscheid

Über die neue Vereinbarung zwischen Gemeinde und Oberschule freuen sich (von links) Jens Giesker, Klaus Berdelmann, Stephanie Baalmann, Peter Obermeyer und Arne Dunker. Foto: Frank Muscheid

Bad Laer. Die Energiewende beginnt zu Hause, besagt die Lernshow „Lernerlebnis Energiewende“. Mit der haben sich 485 Schüler der Geschwister-Scholl-Oberschule auf ihre Mai-Projektwoche als Umweltschule eingestimmt.

In der Woche vom 8. bis 12. Mai entwickeln sie Ideen, wie Schule und Gemeinde mehr für die Umwelt tun können. Fukushima, Ort der japanischen Atomkatastrophe und Anstoß für die deutsche Energiewende, kennen sie alle. Für die Oberschule sei der externe Erlebnisunterricht eine Initialzündung zur Projektwoche, so Schulleiterin Stephanie Baalmann. „Wir sind aber auch eine Schule gegen Rassismus. Der Klimawandel hat Fluchtbewegungen zur Folge, deshalb ist es uns auch ein Anliegen, dass das Verständnis für Menschen auf der Flucht viel, viel größer wird. Wir haben hier Schüler aus dem Sudan, die zu Hause nicht mehr ihr Feld bestellen konnten.“

 

Friedhelm Susok und Jürgen Schardt beleuchteten mit vielen Spiel- und Quizelementen das Thema Energiewende. Foto: Frank Muscheid

Friedhelm Susok und Jürgen Schardt beleuchteten mit vielen Spiel- und Quizelementen das Thema Energiewende. Foto: Frank Muscheid

Großes Bild witzig zerlegt

Konrektor Klaus Berdelmann hatte das „Lernerlebnis Energiewende“ ins Haus geholt. Entwickelt haben es Moderator und Sozialpädagoge Friedhelm Susok und Medientechniker Jürgen Schardt mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Gefördert wurde die Unterrichtsshow diesmal vom Energieversorger Teutoburger Energie Netzwerk eG und dem Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Eine Kooperation von Geschäftspartnern: „Seit Anfang des Jahres beliefern wir das Klimahaus Bremerhaven mit Strom und Erdgas“, sagte TEN-Sprecherin Maike Sczuka. Vorausgegangen war eine Ausschreibung um „grünen“ Strom aus regenerativen Energien und klimaneutrales Erdgas. Sczuka: „Die Veranstaltung in der Geschwister-Scholl-Oberschule ist eine von mehreren Aktionen, die Klimahaus und TEN eG gemeinsam durchführen werden.“

Wende ruht auf regionalen Schultern

Die TEN ist eine von gut 1000 regionalen Energieversorgern in Deutschland, die etwa die Hälfte aller Haushalte mit Strom und statistisch jeden Deutschen mit einer Badewanne Trinkwasser täglich versorgt, wie Susok und Schardt aus Mülheim an der Ruhr deutlich machten. Die Versorger rüsten um: In gut 100 Jahren gehen die fossilen Brennstoffe zuneige. Kohle, Öl, Erdgas machen Sonne, Wind, Erdwärme und Biogas als klimaneutrale Energieträger Platz – so der Plan. Autos fahren mit Strom, der in unterirdischen Batterien oder in Form von Wasserstoff und Methan gespeichert wird.

 

„Energiefamilie“ macht es vor

Schon heute kann jeder mithelfen, Energie zu sparen, zeigte die „Energiefamilie“ in Filmen: Der Vater noch skeptisch, die Mutter offen, der Sohn längst auf Energiefresser-Jagd im Haus, wie ein offenes Fenster samt angestellter Heizung: „Eine ganz schlechte Kombi“ Er hatte schnell 100 Euro fürs neue Skateboard eingespart. Selbst Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker oder Peter Obermeyer können noch besser werden. „Energie sparen ist mühsam, wir Menschen sind notorisch“, räumte dieser ein. Ob er alle Tipps befolge? „Ein klares Nein“ auch von Dunker: „Was zeigt, dass das ein Weg ist, auf den wir uns begeben müssen.“ Überzeugt waren sie von der Lernshow. „Ich finde, das ist ein sehr beeindruckendes Format, um für ein nicht ganz leichtes, aber wichtiges Thema zu begeistern.“ Das war auch Obermeyers Eindruck: „Es ist bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut angekommen. Das Thema war spannend aufbereitet.“

Spielerisch dazugelernt

Deutschland und seine Energiezentren zusammenpuzzlen, den Energieverbrauch im Haus verbessern, die Leitungen eines Nahversorgers zusammensetzen – die „Digital Natives“ der Klassen fünf bis zehn hatten ihren Spaß: „Ich fand den Vortrag sehr interessant, weil man jetzt mehr darüber weiß, wie man sparen kann“, sagte Schülerin Jenny. Heizungs- und Spartipps nahm auch Oberschüler Muhammed mit: „Ich habe viel dazu gelernt.“ „Etwas bleibt immer hängen“, war sich Friedhelm Susok sicher, der aufs Mitmachen und auf spielerische Lernanreize setzte. Gestartet mit dem Programm waren er und Co-Moderator Schardt 2015, gut 100 Mal im Jahr bringen sie es in Deutschlands Sekundarstufen.

Oberschule wird fürs Sparen belohnt

Auf Energiewende setzt auch die Gemeinde Bad Laer: Zum Erlebnisunterricht unterzeichnete Fachbereichsleiter Jens Giesker eine Vereinbarung mit der Schule. „Wenn ihr euer Verhalten so ändert, dass Strom eingespart wird und wir damit Geld sparen, werdet ihr, wird eure Schule mit 50 Prozent davon belohnt“, so Giesker vor den Schülern. „Wir wollen die Energiewende mit euch einleiten“, so Stephanie Baalmann. Neben dieser besonderen Projektfinanzierung „hat die Gemeinde uns auch angeboten, in eine Fotovoltaikanlage auf unserem Dach zu investieren“, so Klaus Berdelmann. „So können wir selbst Strom produzieren. Super, dass die Gemeinde das macht.“ Kommen soll die Anlage 2018.

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