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Freundschaft zwischen Fronten

Wir dokumentieren den NOZ-Artikel von Petra Ropers vom 20.02.2018

„Steckdosentheater“ präsentiert „Die Zwei“

Anspruchsvollen Themen widmet sich das „Steckdosentheater“ der Geschwister-Scholl-Oberschule in seinem neuen Stück „Die Zwei“. Foto: Petra Ropers

Bad Laer. Freundschaft, Feindschaft und Gruppendruck: Das sind die ebenso alltagsnahen wie anspruchsvollen Themen, denen sich das „Steckdosentheater“ der Geschwister-Scholl-Schule in seiner neuen Theaterproduktion widmet. Am Sonntag, 25. Februar, und Dienstag, 27. Februar, hebt sich der Vorhang für „Die Zwei“.

In der Region hat sich das „Steckdosentheater“ – die Theater-AG der 9. und 10. Klassen – längst einen Namen gemacht mit Aufführungen, die mit inhaltlichem Anspruch wie auch mit schauspielerischem Niveau überzeugen. Für ihr neues Stück schrieben die Schüler unter der theaterpädagogischen Leitung von Wolfgang Gerdes einmal mehr selbst die Textbücher. Intensive Probenarbeiten, für die sie sogar vom Unterricht freigestellt wurden, folgten.

Sog aus Druck und Drohungen

Und so dürfen die Theaterfreunde jeweils ab 19 Uhr in der Aula der Oberschule zwei Freundinnen in eine neue Stadt folgen. Beide sind seit dem Sandkasten unzertrennlich. Und natürlich soll sich nach ihrem Umzug daran nichts ändern. Schon bald schließen sie auch neue Freundschaften nicht ahnend, dass die beiden Gruppen, die sie unabhängig voneinander kennenlernen, seit Jahren verfeindet sind. Und nicht nur das: Ohne es recht zu merken, geraten „Die Zwei“ mitten hinein in einen Sog aus Gruppenzwängen, unterschwelligen Drohungen und massivem Druck.

Es geht um vermeintliche Treue zur Gruppe, um den eigenen Status innerhalb der Hierarchie, um Abgrenzung und Zugehörigkeit – Themen, die schon von William Shakespeare bei „Romeo und Julia“ aufgegriffen wurden und die noch heute von ungebrochener Aktualität sind. Die Schüler machte die Auseinandersetzung mit diesen Fragen sensibel auch gegenüber ihrem eigenen Verhalten: „Man achtet stärker darauf, was unterschwellig passiert, ob man jemanden runtermacht oder unter Druck setzt“, urteilten sie in einer Proben-Pause.

Arbeit an Charakteren

Denn auch wenn die Bühne die Konflikte theatertypisch überspitzt: Das selbst geschriebene Stück präsentiert sich bemerkenswert lebens- und alltagsnah. Dafür sorgen auch die jungen Schauspieler selbst, von denen viele bereits seit der sechsten Klasse auf der Bühne stehen. „Denen muss ich nicht mehr beibringen, wie sie sich auf der Bühne zu bewegen haben“, lobt Wolfgang Gerdes sein Ensemble. Für die aktuelle Aufführung habe er mit den Schülern deshalb verstärkt an der Gestaltung der Charaktere gearbeitet.

Das Stück um Freundschaft zwischen verfeindeten Fronten soll gut ausgehen. Darin waren sich alle einig: „Freundschaft sollte offen und ehrlich sein und den anderen sein lassen, wie er ist.“ Ob und wie „Die Zwei“ – Freundinnen wie Gruppen – zu dieser Erkenntnis kommen, das erleben die Besucher am Sonntag und Dienstag, 25. und 27. Februar, jeweils ab 19 Uhr. Karten sind im Vorverkauf in den großen Pausen in der Schule oder bei der Buchhandlung Bilik in Bad Laer zu haben.

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