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Bad Laerer Sechstklässler informieren über Wolf, Bär und Luchs

Wir dokumentieren den Noz-Artikel vom 18.6.2019 von Franziska Specker

Umweltbildungsprojekt "EDU-Wildlife"

 

Die Schüler der Klasse 6b stellen im Rahmen des "EDU-Wildlife"-Projektes ihren Mitschülern Informationen über die Wildtiere Luchs, Bär und Wolf vor. Foto: Franziska Specker

Die Schüler der Klasse 6b stellen im Rahmen des "EDU-Wildlife"-Projektes ihren Mitschülern Informationen über die Wildtiere Luchs, Bär und Wolf vor. Foto: Franziska Specker

Bad Laer. Seit fast 150 Jahren hier ausgerottet, ist der Wolf seit dem Jahr 2000 wieder auf dem Vormarsch in Deutschland. Was das bedeutet und wie damit umzugehen ist, hat die Klasse 6b der Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer in einem mehrmonatigen Projekt erarbeitet und jetzt vorgestellt. Ein Blick auf ein hoch emotionales Thema aus der Perspektive von Schülern.

 

 

 Recht aufgeregt gingen die Schüler der Klasse 6b noch einmal ihre Aufzeichnungen durch, ehe die ersten Mitschüler mit dem eigenen Stuhl unter dem Arm allmählich die Aula erreichten und den Saal als Publikum füllten. Vor den Jahrgängen fünf und sechs präsentieren die Schüler ihr Projekt, das sie seit Dezember 2018 zusammen mit dem regionalen Umweltbildungszentrum Noller Schlucht im Rahmen des internationalen Umweltbildungsprojektes "EDU-Wildlife" erarbeitet haben. Sie informierten sich über die rückkehrenden Beutegreifer Luchs, Bär und Wolf, deren Lebensweise, Vorkommen und Bedeutung für die Stabilität des Ökosystems. Zugleich diskutierten sie mögliche Gefahren und den Umgang mit den Wildtieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie steht es also um den Wolf? Die Schüler stellten zunächst die heimischen Beutegreifer vor. Dazu hatten sie eigene Tretabdrücke der Tiere erstellt. Im Anschluss daran präsentierten die Schüler ihre Informationen den Mitschülern in Interview-Form und anhand anschaulicher Plakate. So leben die meisten Luchse in Finnland und die meisten Bären und Wölfe in Rumänien. Etwa 2300 bis 2700 Wölfe seien dort zu finden. Aufgrund des hohen Wolfaufkommens haben die Rumänen eine eigene Schutzstrategie entwickelt: Bauern müssen ihre Nutztiere sowohl durch Hunde als auch durch Zäune schützen. Falls dennoch ein Nutztier gerissen wird, erhalten die Bauern dafür Entschädigung.

 

Der kleine Unterschied

Danach folgte ein Quiz für die Mitschüler. Anhand von Bildern beurteilten die Jugendlichen, ob es sich um Hund oder Wolf handele. Nicht immer richtig geraten, bemerkten die Schüler so, dass eine Unterscheidung zwischen Hund und Wolf nicht immer einfach sei. Josef Gebbe, Projektleiter in der Noller Schlucht, erklärt dazu, dass viele Bürger voreilig eine Wolfssichtung melden würden, obwohl es sich häufig um einfache Hunde handeln würde. Und das Raten ging weiter: Im Anschluss versuchten die Schüler Tiere zu erkennen, die mit einer Wildkamera aufgenommen wurden. Auch hier war es durch die Dunkelheit nicht immer leicht zur erkennen.

Im Anschluss wurden Bär, Luchs und Wolf nochmals ausführlich vorgestellt, ehe eine Befragung von Bad Laer Bürgern abgespielt wurde. Die Frage, ob die Wiederkehr des Wolfes begrüßt werde und gefördert werden solle, bejahte ein überwältigender Großteil der Befragten. Und auch die Schüler in der Aula sprachen sich für ein Bleiben des Wolfes aus. 

Pro und contra Wolf

Zum Schluss der Veranstaltung inszenierten die Schüler eine Podiumsdiskussion zwischen Anwohnern, Wolfsbefürwortern und Wolfsgegnern. Dabei wurde auf die Ängste und Gefahren durch Wölfe eingegangen, aber auch Schutzmaßnahmen wie Hunde und Zäune besprochen. Außerdem wurde der Mensch zur  Verantwortung und richtigem Verhalten ermahnt, die Tiere nicht anzufüttern, wodurch sie erst ihre natürliche Scheu verlieren. Bei einer Wolfsbegegung, soll man aktiv sein und sich laut machen, um das Tier zu verscheuchen und ein Abschuss sei nur im Notfall auszuführen. Das Fazit der Diskussion war, dass Deutschland für die Beutegreifer nicht zu klein sei.

Die Schüler bedanken sich bei den Vertretern der Noller Schlucht (v.l.n.r.) Josef Gebbe, Monika Rama und Margarete Hannig. Foto: Franziska Specker

Die Schüler der Klasse 6b gehören damit zu insgesamt 2000 Schülern in Niedersachen und 1500 bis 2000 Schülern in Rumänien, die sich an dem internationalen Projekt beteiligen, das von dem Umweltbildungszentrum Lüneburg "SCHUBZ" ins Leben gerufen wurde. Unterstützt wird das Bildungsprojekt zudem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Ziel des Projektes ist, die Jugendlichen nicht nur zu informieren, sondern sie an einen sachlichen Dialog abseits der emotional aufgeladenen Debatten  zum Thema Wolf, Bär und Luchs heranzuführen.

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